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      <Text language="ger">Die Emotion &#x201E;Phthonos&#x201C; spielt in Byzanz (definiert als &#x201E;Schmerz &#xFC;ber das Wohlergehen des anderen&#x201C;) eine besondere Rolle: Sie ist das B&#xF6;se an sich. Einerseits ist Phthonos die negative und aggressive Leidenschaft, die sich durch Heuchelei, Verleumdung sowie Mord &#xE4;u&#xDF;ert und mit der jede Form von Rivalit&#xE4;t und Konkurrenz erkl&#xE4;rt wird. Andererseits ist Phthonos eng mit dem Teufel verbunden, dessen Urs&#xFC;nde er ist. Mit der biblischen Satansfigur sind vorchristliche Vorstellungen des personifizierten Phthonos als missg&#xFC;nstiger Schicksalsmacht verschmolzen, die nach der Zerst&#xF6;rung menschlichen Gl&#xFC;cks trachtet. Diese zweidimensionale Bedrohlichkeit des Begriffs wird in der Literatur vor allem dort eingesetzt, wo Konflikte in Form von Polemiken ausgetragen werden oder in der Erz&#xE4;hlung ein negativer Handlungsumschwung eintritt. &lt;br/&gt;</Text>
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      <Text language="ger">Ziel des Buches ist es, die Bedeutung und Verwendung des Begriffs Phthonos (= b&#xF6;sartige Missgunst) in der byzantinischen Literatur zu erhellen und damit dem Verst&#xE4;ndnis der byzantinischen Literatur sowie der byzantinischen Kultur allgemein n&#xE4;her zu kommen. Phthonos ist f&#xFC;r die Byzantiner die feindliche Emotion schlechthin, die mit spezifischen Verhaltensformen und Handlungen wie Heuchelei, &#xFC;ble Nachrede und Verleumdung einhergeht. Ein entscheidender Faktor f&#xFC;r die starke Pr&#xE4;senz der Phthonos-W&#xF6;rter und die Vielschichtigkeit des Begriffs ist die metaphysische Dimension des Phthonos. In der byzantinischen Literatur spielen Phthonos als Schicksalsmacht und der Phthonos des Teufels als wiederkehrende Motive eine hervorragende Rolle. Phthonos wird in diesem Buch daher als Leidenschaft und als literarisches Motiv untersucht. &lt;br/&gt;Kapitel 1 ist der Begriffsbestimmung und Analyse der byzantinischen Terminologie gewidmet. Theoretische Texte zum Phthonos, deren Grundz&#xFC;ge sich im 4. Jahrhundert herausbildeten, werden in Kapitel 2 behandelt. Die allgemeinen Merkmale der menschlichen &#x201E;Leidenschaft&#x201C; Phthonos werden in Kapitel 3 dargelegt. Auf die Selbstwahrnehmung durch den Missg&#xFC;nstigen folgt die Diskussion, durch welche Handlungsmuster Phthonos von der Umwelt wahrgenommen wird. Phthonos entsteht in erster Linie in hierarchisch strukturierten Gesellschaftsbereichen, wie insbesondere dem Kaiserhof und der Kirche. Als das protoypische Opfer des Phthonos galt der erfolgreiche General, der von Konkurrenten verleumdet wird und dadurch ins Verderben st&#xFC;rzt.&lt;br/&gt;Kapitel 4 geht der Frage nach, warum der Missg&#xFC;nstige schlechthin in Byzanz der Teufel ist. Kaum zu scheiden ist der missg&#xFC;nstige Satan von einer &#xFC;bermenschlichen Macht Phthonos bzw. einem missg&#xFC;nstigen Schicksal, dessen Beziehung zu entsprechenden Anschauungen der nichtchristlichen Antike untersucht wird. &lt;br/&gt;Kapitel 5 analysiert die Verwendung des Motivs Phthonos im Text. Alt- und neutestamentliche Erz&#xE4;hlungen fungieren bei der literarischen Behandlung des Phthonos immer wieder als Bezugspunkte. Phthonos wird aufgrund der engen Assoziation des Begriffs mit dem B&#xF6;sen als Argumentationsinstrument in Texten mit propagandistischem, polemischem oder apologetischem Einschlag verwendet. Usurpationen werden damit gerechtfertigt oder Anklagen die moralische Grundlage entzogen. Anhand einer eingehenden Untersuchung hagiographischer, historiographischer sowie fiktionaler Texte wird die Vielschichtigkeit des Phthonos-Motivs dargelegt  und einerseits die verschiedenen Ebenen und Erscheinungsformen voneinander unterschieden, andererseits aber auch das Zusammenwirken und die enge Verflechtung von menschlichem und &#xFC;bermenschlichem Phthonos sowie vom Phthonos des Teufels und vom Phthonos des Schicksals in den Texten deutlich gemacht. Aus dieser Mehrdimensionalit&#xE4;t bezieht das Motiv seine besondere Dynamik und Attraktivit&#xE4;t, die die dichte Pr&#xE4;senz des Phthonos in den byzantinischen Texten und seine Funktionalit&#xE4;t f&#xFC;r den Aufbau dieser Texte erkl&#xE4;ren. </Text>
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      <Text language="ger">Martin Hinterberger&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;geboren 1966, Studium der Byzantinistik und Neogr&#xE4;zistik an der Universit&#xE4;t Wien (Promotion 1996), von 1995 bis 2002 t&#xE4;tig an der Kommission f&#xFC;r Byzantinistik der &#xD6;sterreichischen Akademie der Wissenschaften, lehrt seit 2002 Byzantinische Philologie an der Universit&#xE4;t Zypern. Forschungsschwerpunkte sind byzantinische Autobiographie, Emotionen der Byzantiner, Sprache der byzantinischen Literatur, Hagiographie als Literatur. Zurzeit arbeitet er an einer Studie &#xFC;ber die byzantinische Hochsprache.&lt;br/&gt;</Text>
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