Jahrbuch Musiktherapie / Music Therapy Annual

Band 7 (2011) Grenzen und Übergänge / Vol. 7 (2011) Borders and Transitions

Teresa Leonhardmair

Definitionen des Eigenen im Zwischenraum.

Der Versuch, Grenzen musisch-künstlerischer Bildung gegenüber der Musiktherapie zu markieren

2011 DOI: https://doi.org/10.29091/9783752001891/002 Seite 11 - 26 9783752001891_002.pdf 2,2 MB

Zwischenräume fordern heraus. Es heißt, sich in ihnen in besonderem Maße mit dem Eigenen zu identifizieren oder Gefahr zu laufen, sich im Diffusen aufzulösen. Sowohl Musiktherapie als auch Formen musisch-ästhetischer, genuin künstlerischer Bildung entstammen einer einstigen Ungeschiedenheit von Kunst, Kult, Heilung und Erziehung im Bereich Musik und korrelieren heute im Arbeitskontext mit Menschen, die besondere Bedürfnisse aufweisen – z. B. Personen mit kognitiven und/oder körperlichen Behinderungen, Sinnesbehinderungen, (Alters-)Demenzen oder Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten. Nicht selten gleichen sich hier gewisse Methoden und bleiben die Fachgebiete von externen Kollegen undifferenziert. Umso mehr ist unspezifischen Definitionen mit Skepsis zu begegnen. Doch nicht zuletzt Klienten und Klientinnen provozieren einen klaren Umgang mit den fachlichen Grenzen. So sind die beiden Disziplinen hier speziell gefordert, ihr Selbstverständnis diskursiv zu hinterfragen und dialogisch weiterzuentwickeln. Im Anklang an die Philosophie Bernhard Waldenfels’ sind Musiktherapie und Musische Bildung als zwei voneinander getrennte Ordnungen aufzufassen. Die Definition des Eigenen soll jedoch nicht lediglich als ein sich Abschließen von der Umwelt verstanden werden, sondern viel mehr als ein kreatives Antworten auf das Fremde innerhalb eines lebendigen Zwischenraumes, wodurch ein konstruktiver Dialog möglich wird.

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