In Kliniken und sozialen Einrichtungen sind die Künstlerischen Therapien in der gesundheitlichen Versorgung wirksam und seit langem etabliert. Im Kulturbereich gibt es etliche Angebote zwischen Inklusion, Teilhabe, Prävention, Integration und Therapie, bei denen auch Menschen aus Risikogruppen und mit besonderen Bedü rfnissen gezielt einbezogen werden. Welche besonderen Kompetenzen bringt die Musiktherapie mit ihrer klinisch fundierten Expertise dabei ein, und welche Potenziale ergeben sich daraus für die gesundheitliche Versorgung? Diese Fragestellungen waren Grundlage für dieses Fachbuch. Die vervollständigten Vorträge sowie zusätzliche Beiträge informieren über wissenschaftlich fundierte und praxiserprobte musiktherapeutische Ansätze der Prävention und Gesundheitsförderung in Bildung, Kultur und Gesundheit in Deutschland und Europa.
In der Gesundheits- und Kulturpolitik werden zunehmend die Ressourcen der Kü nste und der Kü nstlerischen Therapien fü r die Gesundheit erkannt. Der „Kulturkompass für Europa“ – von der EU-Kommission im November 2025 veröffentlicht – will als strategische Vision Kultur als Querschnittsthema in allen relevanten Politikbereichen verankern, so auch in der Gesundheit: Kultur als Gesundheitsfaktor. Es ist „Zeit zum Handeln“ sagte eine europaweite Expertengruppe in einem aktuellen Report. In Kliniken und sozialen Einrichtungen sind die Kü nstlerischen Therapien in der gesundheitlichen Versorgung wirksam und seit langem etabliert. Im Kulturbereich gibt es etliche Angebote zwischen Inklusion, Teilhabe, Prävention, Integration und Therapie, bei denen auch Menschen aus Risikogruppen und mit besonderen Bedü rfnissen gezielt einbezogen werden. Welche besonderen Kompetenzen bringt die Musiktherapie mit ihrer klinisch fundierten Expertise dabei
ein, und welche Potenziale ergeben sich daraus für die gesundheitliche Versorgung? Wie können die Unterschiede zu Interventionen der kulturellen Praxis und gesundheitsfördernden Kulturarbeit die gemeinsame Arbeit bereichern? Diese Fragestellungen waren Grundlage für dieses Fachbuch – im Nachgang einer Fachtagung des Freien Musikzentrums München und der Deutschen Musiktherapeutischen Gesellschaft im März 2025. Die vervollständigten Vorträge sowie zusätzliche Beiträge informieren über wissenschaftlich fundierte und praxiserprobte musiktherapeutische Ansätze der Prävention und Gesundheitsförderung in Bildung, Kultur und Gesundheit in Deutschland und Europa. Verbunden ist damit ein Appell an politische Entscheidungsträger:innen, die Erkenntnisse und Empfehlungen in Bund, Ländern und Kommunen umzusetzen. Die musiktherapeutischen Potenziale brauchen ausreichende Rahmenbedingungen, um bisher ungenutzte Ressourcen kostensparend in die Gesellschaft und die individuelle Lebensqualität einzubringen.
Volker Bernius, *1949, Autor, Herausgeber, Journalist, Studium der Musik, Pädagogik, Theologie, Psychologie in Heidelberg und Karlsruhe, 1. und 2. Lehramt-Staatsexamen, drei Jahre tätig an einer Internationalen Gesamtschule in Baden-Württemberg, seit 1980 Redakteur der Fachzeitschrift Musiktherapeutische Umschau (1986 – 2023 Chefredakteur), 1981 – 2015 Redakteur Hessischer Rundfunk, Frankfurt am Main, Kultur, Wissen, Bildung, 2017 bis 2026 Vorstand Deutsche Musiktherapeutische Gesellschaft. 2025 Bundesverdienstkreuz.
Prof. Dr. Andreas Wölfl, *1963, Diplom-Musiktherapeut (FH), klinischer Musiktherapeut (MAS), Lehrmusiktherapeut (DMtG), Supervisor (DGSv), Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut. Seit 1989 Musiktherapeut in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Supervision, Coaching und Musiktherapie in freier Praxis, Aus- und Fortbildungstätigkeit, Veröffentlichungen. Leitung der berufsbegleitenden Musiktherapieausbildung BWM und der Arbeitsgruppe Prävention am Freien Musikzentrum München e. V. Vertretungsprofessor für Musiktherapie an der Universität Augsburg.